Janina Puder
Gast-Professorin
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Schon heute setzt die Klimakrise Gesellschaften unter erheblichen Veränderungs- und Anpassungsdruck, der im Verlauf des Jahrhunderts weiter steigen dürfte. In ihrer Forschung analysiert Dr. phil. Janina Puder die damit verbundenen gesellschaftlichen Wandlungsprozesse als sozial-ökologische Transformationen.
Im Zentrum steht die Analyse tiefgreifender Veränderungen von Produktions-, Arbeits- und sozialen Reproduktionsverhältnissen sowie die Frage, wie diese Transformationen im Rahmen klimapolitischer Strategien und dem nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft gestaltet werden.
Ein besonderer Fokus liegt auf Konflikten, Machtverschiebungen und Aushandlungsprozessen zwischen Beschäftigten, Gewerkschaften und Unternehmen. Untersucht wird, wie globale Transformationsdynamiken sich auf regionaler und betrieblicher Ebene verdichten, etwa in der Umgestaltung von Arbeit durch Digitalisierung und Dekarbonisierung oder in Auseinandersetzungen um Beschäftigungssicherung.
Ihre Forschung analysiert, wie Beschäftigte Transformationsprozesse wahrnehmen und bearbeiten sowie wie Gewerkschaften und Unternehmen als zentrale Akteure strategisch und organisatorisch auf die Anforderungen des globalen Wettbewerbs und klimapolitischer Regulierung reagieren.
Am Beispiel der Hafenwirtschaft untersucht Dr. phil. Janina Puder den Wandel von Arbeitsverhältnissen sowie die Orientierungen und Praxen von Beschäftigten und Gewerkschaften im Kontext globaler sozial-ökologischer Transformationsdynamiken. Im Fokus stehen zudem Unternehmensstrategien im Umgang mit wachsendem Konkurrenzdruck und neuen umweltpolitischen Anforderungen. Häfen werden dabei als zentrale ökonomisch-ökologische Knotenpunkte globaler Wertschöpfungsketten analysiert, in denen sich ökologische Ungleichheiten, Marktverschiebungen sowie Veränderungen von Arbeitsorganisation im Zuge von Automatisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung verdichten.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf doppelten Transformationserfahrungen in sogenannten ‚strukturschwachen‘ Regionen. Untersucht wird, wie frühere Erfahrungen tiefgreifender ökonomischer und sozialer Umbrüche (z.B. im Zuge von sog. ‚De-Industrialisierungsdynamiken‘) die heutige Wahrnehmung, Bewertung und Akzeptanz sozial-ökologischer Transformationen prägen. Regionen wie die Lausitz dienen hierbei als zentrale empirische Fallbeispiele.
Foto: ©Janina Puder