Wissenschaft unter Druck – Menschliche Erkenntnisfähigkeit als demokratische Ressource
1 | Moskau
15.09.2026, 12:30 - 13:30 MESZ
Rechtsextreme Akteure haben die Wissenschaft als Angriffsfeld und den Ruf nach Neutralität als Waffe identifiziert. Die Legitimität von Disziplinen, die Autonomie von Institutionen und die Relevanz fundierter Faktenproduktion wird strategisch in Frage gestellt. Forscher*innen werden nicht inhaltlich widerlegt, sondern als Aktivist*innen delegitimiert.
Die Angriffe zielen auf ein an vielen Stellen vulnerables System – prekäre Arbeitsbedingungen, finanzielle Abhängigkeiten und Ökonomisierungszwänge schaffen offene Flanken. Gleichzeitig kann das Wissenschaftsfeld theoretisch auf immense Ressourcen, Netzwerke und Institutionen zugreifen, um erstarkenden autoritären Kräften viel entgegenzusetzen, um kritische Forschung zu erhalten und das Vertrauen in komplexe Erkenntnisse zu stärken.
Kritische, unabhängige und engagierte Stimmen sind gerade jetzt unverzichtbar. In einer Zeit, in der Fakten bestritten, Erinnerungen umgeschrieben und soziale Rechte ausgehöhlt werden, ist Wissenschaft nicht nur Erkenntnisquelle — sie ist auch demokratische Ressource. Ihr Schutz ist deshalb keine akademische Frage, sondern sie betrifft uns alle.
Das Panel wird live ins Englische und in Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt.