Worum kämpfen wir (nicht)? | LABOR.A® 2025
Obwohl viele Menschen die 30-Stunden-Woche und bessere Bedingungen für Sorgearbeit und Klimaschutz in der Arbeitswelt befürworten, bleiben kollektive Kämpfe dafür in der letzten Zeit erstaunlich schwach. Stattdessen sehen wir Gegenbewegungen: Arbeitszeiten werden verlängert, klimapolitische Maßnahmen werden abgewehrt. Wir greifen Konfliktfelder um Sorgearbeit und Klimaschutz auf und fragen: Warum fehlen gesellschaftliche Kämpfe dort, wo viele eigentlich zustimmen würden?
Unsere These: Menschen richten ihre Kritik auf staatliche Institutionen, denen sie die Erosion von Leistungsversprechen oder die Gefährdung von Geschlechter- und Klimagerechtigkeit zuschreiben. Konflikte werden deshalb als politische Statuskonflikte geführt, z.B. zwischen Industriearbeitern* und Klimaschützer:innen, zwischen Männern und Frauen, zwischen "Leistungsträgern*" und Asylbewerber:innen, anstatt sich entlang kollektiver Erfahrungen von Anspruchsverletzungen in der Arbeitswelt zu entzünden.
Referent*innen: Laura Lüth (Universität Hamburg), Katharina Zimmermann (Universität Hamburg)
Partnerorganisation: Universität Hamburg
Copyright Vorschaufoto ©Gerngross + Glowinski
