Demokratisches Engagement von Unternehmen heute | LABOR.A® 2025
zuletzt aktualisiert: 12. December 2025
Aus dem Programmheft der LABOR.A® 2025:
Mit dem politischen Rechtsruck in Deutschland, insbesondere dem Erstarken der AfD, verändert sich die Rolle von Unternehmen im öffentlichen Diskurs spürbar. Obwohl Unternehmen schon immer gesellschaftspolitisch aktiv waren – etwa durch Lobbyarbeit, Spenden oder Maßnahmen im Rahmen von Corporate Social Responsibility – beobachten wir derzeit eine neue Qualität dieses Engagements: Erstmals positionieren sich Unternehmen in größerer Zahl explizit und öffentlich gegen eine spezifische Partei und beziehen klar Stellung für demokratische Werte.
Unternehmenspolitik ist kein neutraler Raum. In Zeiten wachsender demokratischer Herausforderungen agieren Unternehmen im Spannungsfeld zwischen demokratischem Engagement und Ignorierung der schleichenden Normalisierung rechtspopulistischer Ideologien. Dabei können Mitbestimmung und gewerkschaftliche Strukturen wichtige Bollwerke gegen antidemokratische Tendenzen darstellen.
Das Panel untersucht die Bedingungen, Formen und Reichweiten dieses neuen pro-demokratischen Engagements von Unternehmen. Im Zentrum steht die Frage, welche Faktoren das demokratische Engagement von Unternehmen beeinflussen: Welche Rolle spielt die Mitbestimmung durch Betriebsräte und Gewerkschaften? Oder sind es wirtschaftliche Zwänge wie Fachkräftemangel, die Unternehmen zu einem klareren demokratischen Kurs bewegen? Welche Rolle spielen regionale Unterschiede oder Partnerschaften mit der Zivilgesellschaft? Wie können Betriebsrät*innen bei der Entwicklung und Anwendung von Beteiligungs- und Gestaltungsformaten zur Entwicklung und Umsetzung betriebsspezifischer Strategien gegen Rechtsextremismus unterstützt werden?
Eine zentrale Datengrundlage bildet der "Monitor Unternehmensengagement 2025" des Stifterverbandes, dessen Auswertung erstmalig systematisch regionale (z. B. Ost-West) und branchenspezifische Unterschiede im unternehmerischen Demokratie-Engagement sichtbar macht. So lassen sich zum Beispiel Hypothesen überprüfen, ob in Regionen mit starker Zivilgesellschaft oder in Branchen mit intensiver Mitbestimmung das demokratische Engagement ausgeprägter ist.
Das Panel bringt wissenschaftliche, zivilgesellschaftliche und gewerkschaftliche Perspektiven zusammen, um über die demokratiepolitische Rolle von Unternehmen zu sprechen. Es diskutiert die demokratiepolitische Verantwortung von Unternehmen und fragt: Wie kann unternehmerisches Engagement zur gerechten Gestaltung von Arbeit und Gesellschaft beitragen?
Referent*innen: Peter Schubert (ZiviZ im Stifterverband), Sabrina Zajak (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)), Patrick Hesse (IG Metall)
Moderation: Anna-Maria Meuth (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM))
Partnerorganisationen: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), Stifterverband
Copyright Vorschaufoto ©Gerngross + Glowinski
