Arbeitswelt und Demokratie in Ostdeutschland. Erlebte Handlungsfähigkeit im Betrieb und (Anti)Demokratische Einstellungen | LABOR.A® 2024
zuletzt aktualisiert: 16. December 2025
Aus dem Programmheft der LABOR.A® 2024:
Weite Teile der ostdeutschen Arbeitswelt sind durch geringe Tarifbindung, disruptive Transformationsprozesse und einen patriarchalen Führungsstil geprägt. Dabei kann die Erfahrung einer Mitbestimmungskultur im Berufsleben helfen, die Verbreitung von extrem rechten Einstellungen zu senken. Insbesondere "Ausländerfeindlichkeit", also die Abwertung von Menschen, die nicht zur Eigengruppe "der Deutschen" gezählt werden, wird durch Beteiligungserfahrung am Arbeitsplatz reduziert. Das zeigen die neuen Daten dieses Forschungsprojektes, das die Ergebnisse zur "industrial citizenship" der Leipziger Autoritarismus-Studie 2020 aufgreift und fortführt. Wer den Einsatz für Demokratie und gegen die extreme Rechte in den neuen Bundesländern ernst meint, sollte also auch den Ausbau der institutionellen Mitbestimmungsmöglichkeiten in ostdeutschen Firmen konkret fördern.
Referent: Johannes Kiess (Else-Frenkel-Brunswik-Institut, Universität Leipzig)
Partnerorganisation: Else-Frenkel-Brunswik-Institut für Demokratieforschung